Unser Stressverständnis

Das Stresshaus

Das Modell des Stresshauses steht für Ihre Widerstandskraft gegen Stress.

Stellen Sie sich vor, dass Ihr Stresshaus Ihre gesamte Persönlichkeit mit all ihren Eigenheiten entspricht. Stellen Sie sich weiter vor, dass der Stress die Form unterschiedlichster Witterungseinflüsse annimmt: Wind in verschiedenen Stärken, Wasser in Form von Regen, Hagel, Schnee oder Erdbeben, die manchmal kaum wahrnehmbar, manchmal aber im eigentlich Sinn des Wortes erschütternd sind. All diesen Einflüssen ist Ihr Stresshaus sinnbildlich ausgesetzt; sie repräsentieren Stress in seinen verschiedenen Schattierungen, Ausprägungen und Intensitäten im Alltag und in Ihrer Biografie

Stresshaus Schrift f Flyer UZH.png

Stellen Sie sich Ihre Widerstandskraft gegen die Witterungseinflüsse als Haus mit mehreren Stockwerken vor, von denen jedes eine bestimmte Funktion in Ihrem Umgang mit Stress hat. Wie bei einem Gebäude kommen nicht nur Einflüsse von aussen zum tragen, sondern auch im Inneren des Hauses kann es zu Funktionsstörungen, Verschleisserscheinungen, Materialermüdungen und Schäden kommen. Es gilt also, drinnen und draussen anzusetzen.

Quelle: Bodenmann, Guy; Klingler Lüthi, Christine: Stark gegen Stress. Mehr Lebensqualität im Alltag, Beobachter-Edition, 2013

Konstrukte

In der Psychologie definiert man Konstrukte als relativ schwer veränderbare Überzeugungen, die sich in der persönlichen Lerngeschichte ausgebildet haben und die sich auf das aktuelle Denken, Fühlen und Handeln einer Person auswirken. Konstrukte färben die Wahrnehmung und Bedeutung einer Situation ein, indem sie Informationen, Geschehnisse usw. in einem bestimmten Licht erscheinen lassen.

Ein Ereignis stresst Sie, und Sie fühlen sich auch nach Stunden und Tagen noch immer mies, wenn Sie an diese Sache denken? Dann können Sie davon ausgehen, dass die Sache tiefer geht, dass ein persönliches Konstrukt aktiviert, einer Ihrer wunden Punkte getroffen wurde. Nachfolgend finden Sie eine Liste der fünf am meisten verbreiteten Konstrukte.

Gratis Bild (Pexels) Perspektive2

Das soziale Bindungskonstrukt

Bin ich wichtig? Bin ich liebenswert?

Auslöser: Jemand kommt zu spät – Sie glauben, dass Sie dieser Person nicht wichtig genug sind.

Das soziale Bewertungskonstrukt

Genüge ich? Was denken die anderen von mir?

Auslöser: Sie erscheinen in unpassender Kleidung an einem Anlass: Es scheint Ihnen, als schauten alle auf Sie und fänden Sie schrecklich daneben.

Das Leistungskonstrukt

Ich bin nur etwas Wert, wenn ich etwas leiste. Ich muss perfekt sein.

Auslöser: Schule oder berufliches Umfeld – Sie stehen unter stetigem Druck, sich profilieren zu müssen, und hoffen, durch Ihre Leistungen Anerkennung, Status und Zuneigung zu erlangen.

Das Kontrollkonstrukt

Ich muss in meinem Leben alles kontrollieren können und alles im Griff haben.

Auslöser: Bus verpasst – Hätten Sie den Fahrplan besser im Kopf gehabt, wäre das nicht geschehen.

Das Unabhängigkeitskonstrukt

Ich muss alle Aufgaben allein bewältigen können.

Auslöser: Sie haben sich beim Sport das Kreuzband gerissen und gehen am Stock. Für so manche Dinge, die Sie gewohnt sind, allein zu tun, brauchen Sie jetzt Hilfe: einkaufen, waschen, putzen…

Quelle: Bodenmann, Guy; Klingler Lüthi, Christine: Stark gegen Stress. Mehr Lebensqualität im Alltag, Beobachter-Edition, 2013

Mehr über das Modell des Stresshauses, sowie über Konstrukte erfahren Sie im Ratgeberbuch zu den  Workshops „Stark gegen Stress“ , Zürich, Beobachter-Edition